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 Tod und Leben

Zwischen hier und da...

 

Mariendom Neviges Empore

 

Wir leben ausgestreckt zwischen Himmel und Erde. Hoffen auf das und leben mit dem, was wir nicht sehen, sondern nur glaubend spüren können. Wir müssen mit dem Tod leben, mit unserem eigenen und dem Tod von Menschen, ohne die wir eigentlich nicht leben wollen. Wir haben keine Wahl. Ja, wir müssen mit unserer Endlichkeit leben.

In letzter Zeit haben mich die Themen, Sterben, Tod und Ewiges Leben wieder sehr bewegt. Immer wieder drehen sich meine Gedanken um diesen Lebenskomplex. Leben, Sterben, Tod und Ewiges Leben: Das sind in meinen Augen Topthemen des Christentums, die viel zu oft verschwiegen oder in Gesprächen gezielt umschifft werden.

So habe ich versucht, auf dieser Seite einmal für mich zu ordnen, was ich über dieses Thema denke und wie es gelingen kann, mich mit dem eigenen Tod und dem von geliebten Menschen versöhnen zu lassen. 


Lebe ich mit dem Tod?

  

 ars moriendi - ars vivendi

Kunst des Sterbens - Kunst des Lebens

 

Wie gehe ich damit um, dass nicht nur Menschen, die ich liebe, sondern auch ich selber einmal sterben werde? Als ich meine Oma und meinen Vater beerdigen musste, sind mir diese Fragen noch einmal ganz deutlich geworden. Wenn ich so tue, als würde es den Tod nicht geben, werde ich wahrscheinlich nie wirklich leben.

In alten Zeiten sprachen die Menschen von der Kunst des Sterbens. Doch was ist damit gemeint? Die Rede von der ars moriendi, der Kunst des Sterbens kann nur dann verstanden werden, wenn zugleich auch von der ars vivendi, der Kunst des Lebens gesprochen wird. Sowohl die Eine, als auch die Andere will mir helfen, mein Leben und somit jeden neuen Tag ganz bewusst als ein Geschenk Gottes anzunehmen. Nur wenn ich „ja“ zu meinem eigenen Sterben, zu meinem eigenen Tod, zu meiner eigenen Vergänglichkeit und Endlichkeit sage, werde ich „wirklich frei“ leben können. Frei deshalb, weil ich weiß, dass ich mein Leben letztlich nicht in der Hand habe, sondern auf IHN vertrauen und bauen kann, der mich aus meiner Endlichkeit in seine Unendlichkeit tragen und führen wird.

Gerade in diesen Tagen, da wir besonders unserer lieben Verstorbenen gedenken und ihre Gräber besuchen, sollte ich mir meine eigene Sterblichkeit und Endlichkeit kristallklar vor Augen stellen!

Den Gedanken an mein eigenes Sterben sollte ich allerdings mit der Frage nach meinem persönlichen Glauben an die Auferstehung koppeln. Konkret: Ist der Tod, die Zerstörung meines Lebens, oder die Pforte in eine neue Wirklichkeit meines Seins? Denke ich, dass ich nach meinem Tod einfach ausgelöscht bin, oder bin ich Christ und glaube somit fest an ein Weiterleben – wie auch immer das genau aussehen mag – bei Gott und somit in Gemeinschaft mit denen, die auch im irdischen Leben zu mir dazu gehört haben? Meine persönliche Antwort auf diese Fragen hat dann im wörtlichen Sinne „existenzielle Auswirkungen“ auf die Frage: Wie lebe ich eigentlich? Lebe ich bewusst? Bereite ich mich darauf vor, dass ich eines Tages gehen werde, oder verdränge ich meinen Tod?

 

 

Treppenaufgang Mariendom Neviges

Es ist wahrlich eine Kunst, sich auf das eigene Sterben vorzubereiten. Nicht in dem Sinne, dass ich mir Angst und Bange mache, sondern indem ich den Tod als einen wichtigen Teil, als die Vollendung meines irdischen Lebens ansehe. Ich bin davon überzeugt, wenn ich mich diesem schwierigen Thema stelle, werde ich auch in der Kunst des Lebens einen entscheidenden Schritt weiter kommen.

Gott wird uns tragen auch über unseren Tod hinaus. Deshalb brauche ich keine Angst zu haben. 

Noch eins scheint mir unverzichtbar zu sein: Lassen wir uns mit der Frage nach unserem persönlichen Sterben nicht allein, sondern kommen wir mit Christus und untereinander darüber ins Gespräch! So können wir uns gegenseitig in der ars vivendi, der Kunst des Lebens bestärken. Wir sollten auch in dieser Hinsicht füreinander beten. 


Hier nun ein Text, der mir in Situationen der Trauer immer wieder geholfen hat. Ich finde ihn genial. 

Gibt es ein Leben nach der Geburt?

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.

"Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?" fragt der Junge.

"Ja auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das, was draußen kommen wird." antwortet das Mädchen.

"So ein Blödsinn!" sagt der Junge. "Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?"

"So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller und schöner als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?"

"So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz."

"Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders sein."

"Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von 'nach der Geburt'. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum."

"Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen." Sagt das Mädchen.

"Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?"

"Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!"

"Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht."

"Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt...."

nach Henry Nouwen

 

  


Ostern an jedem Tag

Fest des Lebens und Fest der Hoffnung

Christus lebt, er hat den Tod unendlich blamiert!

Braut und Bräutigam, Jesus Christus und seine Kirche

Erstellt wurde dieses Relief durch Hildegard Domizlaff, eine Künstlerin, die es vermochte, Hoffnung und Sehnsucht bildlich darzustellen. Auf der linken Seite sieht man den Bräutigam, Jesus Christus und zu seiner rechten die Braut, die Kirche. Eines Tages werden wir unser Ziel, den Himmel, Leben in seiner Nähe, Leben in der Umarmung Gottes, Leben in Gemeinschaft, die uns nicht mehr genommen werden kann, erfahren.

So hat die Kirche ihr Ziel mit dem Pilgerstab des Glaubens, und gestärkt durch das Wort es Evangeliums erreicht. Sie hat auf Gott gehofft und sieht und erlebt nun das, was sie sich im Glauben gewünscht hat.

Auf der linken Seite sehen wir unsere Zukunft und auf der rechten Seite, dass was wir zur Zeit erfahren.

In der Figur einer Frau erkennen wir die personifizierte Ecclesia, die Kirche. Sie ist unterwegs mit dem Pilgerstab des Glaubens in ihrer Linken und mit dem Kelch (Zeichen für die Sakramente) in ihrer Rechten. Eine Wand besteht noch zwischen hier und dort, sie ist noch nicht im Himmel angekommen. Christus aber erbarmt sich ihrer und so hat er durch die Auferstehung ein Loch in die trennende Wand geschlagen, durch das er der Kirche seine Hand reicht. Aus seiner Liebeshingabe am Kreuz ergießt sich sein Blut, göttliches Leben in den Kelch der Kirche. Die Kirche und auch ich brauchen die Sakramente, um leben zu können, um Kraft für den Weg zu finden, auf dem wir dem Himmel entgegen gehen.

Ich wünsche uns, dass wir berührt durch seine österliche Liebe, die stärker ist als unser Tod, Gott schon jetzt in unserem Leben erahnen und auf das vertrauen, was wir einst in seiner Liebe in Fülle erleben werden.

Auch wenn wir uns die Auferstehung noch nicht vorstellen können, vertrauen wir darauf, dass Gott Gott sein wird, dass er das vermag, was unser Verstehen und Hoffen übersteigt.

Jesus Christus hat nie von uns erwartet, dass wir uns die Auferstehung vorstellen, oder dass wir sie gar verstehen könnten. Nein, wir sollen ihm vertrauen und daran glauben, dass er uns nicht hinters Licht, sondern ins Licht führen wird.

In diesem Sinne wünsche ich euch und denen, die ihr liebt, an jedem Tag von Herzen

frohe Ostern!!!

 

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